Donnerstag, 18. Dezember 2014

Maischberger-Talk zu Demenz: Til Schweigers Sommer mit Opa

 Über Alzheimer wollte Sandra Maischberger mit ihren Gästen sprechen. Um den Umgang mit Demenz ging es dann aber kaum - sondern vor allem um die neue Komödie von Til Schweiger.

Von Eva Thöne

 
Häufig sind die Titel von "Maischberger"-Sendungen als Fragen zusammengefasst, damit in der Talkrunde schön über die Antwort gestritten werden kann: Flüchtlinge rein oder raus, Wowereit gut oder schlecht, so ungefähr. Diesmal hieß die Sendung: "Alzheimer - der lange Abschied".
Das Thema ist spannend - laut einer aktuellen Umfrage haben 42 Prozent der Deutschen Angst vor Alzheimer - aber der Titel so weitläufig gewählt, dass vom platten Allgemeinplatz bis zur brisanten Frage zum Umgang mit einer Volkskrankheit alles möglich war. Dass es dann der platte Allgemeinplatz wurde, lag - man hatte es vorher irgendwie geahnt, aber auf anderes gehofft - vor allem an einem der sechs Gäste: Til Schweiger, der als 27- oder 28-Jähriger, wie alt er genau war, hat er selbst vergessen, einen Sommer lang seinen dementen Großvater pflegte. Was für Maischberger reichte, um zu sagen: "Sie haben ja auch Erfahrung." Was für Schweiger reichte, um über Alzheimer zu sagen: "Das weiß ich aus Recherche, dass Kinder leichter damit umgehen."
Schweiger hatte aber nicht nur Erfahrung, sondern vor allem einen neuen Film zu verkaufen, aus dem immer wieder Szenen eingeblendet wurden: "Honig im Kopf" könnte mit seinem Titels und dem weichgespültem Balladen-Soundtrack auch der nächste Teil von "Keinohrhasen" sein. Es ist aber eine Tragikkomödie, in der Dieter Hallervorden unter Schweigers Regie einen dementen Opa spielt und in seiner Familie - nur nicht bei der Enkelin, gespielt von Schweigers Tochter - durch zunehmende Konfusion aneckt.

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