Donnerstag, 18. Dezember 2014

Thema Alzheimer bei Maischberger verkommt zur Werbesendung für Schweigers neuen Film.


Fazit: Das war Mist.

Immer wieder versucht sich eine TV-Redaktion am Thema Alzheimer, Licht ins Dunkel der der Alzheimer Problematik zu bringen. Dabei verlieren sich oft – wie auch bei Maischberger -
in Ritualen, die der Fernsehunterhaltung geschuldet sind.

Man nehme einen populären Filmschaffenden, dessen Kompetenz ausreicht, seine neue
Tragikomödie wortkarg zu bewerben. Als Bonbon sein Hauptdarsteller, ein altverdienter
Komiker, der beim Einspieler im Interview von seinem Kurzurlaub im „Anderland“ in einer
Demenz WG wenig erhellendes zu erzählen wusste, zumal er als „Freigänger“ jeden Abend
seinen „Heimathafen“ ansteuern durfte.

Was wollen diese vielen Worte der Kulturschaffenden dem halbwachen Publikum vor den
Bildschirmen eigentlich sagen. Nichts, doch natürlich, ich vergaß, die Premiere des Filmwerkes steht kurz bevor und ich soll unbedingt ins Kino kommen, dort findet dann die Tragikomödie ihr bitteres Ende.

Bleibt noch, im Beipack eine betroffene Buchautorin mit wiederholten Hinweisen auf das Buch
(eine nette Geschenkidee für unter den Weihnachtsbaum). Über die reale Tragödie, die diese Frau
als Pflegerin ihrer Angehörigen erleben musste, zwei, drei dahin gehuschte Sätze, wenig
Erkenntnisse.

Jetzt noch ein kurzer Beitrag zum Thema: „Das Leben ist schön“, besonders mit der Diagnose
Demenz. Da wurden zwei Menschen vorgeführt, die im Moment für sich einen guten Weg bei
der Bewältigung des Zusammenlebens der anderen Art gefunden haben. Ganz ehrlich, das freut
mich für die beiden.

Fast hätte ich ihn vergessen, den wissenschaftlichen Beirat der in keiner solchen Talk Show fehlen darf. Er erläutert, klärt auf, gibt Ratschläge, macht deutlich, dass Demenz nicht heilbar ist, im
höchsten falle die fortschreitende Krankheit verzögerbar. Ja wunderbar, wenigstens doch noch
eine gute Nachricht. Leider hatte er vergessen über die Nebenwirkungen dieser Medikamente
zu referieren.

Mein Fazit: Als Nachtunterhaltung hätte ich lieber den beworbenen Film Honig im Kopf gesehen,
sie sehen, die Propaganda hat Wirkung gezeigt.

Für den nächsten Demenz Talkwürde ich mir gerne was wünschen. Die ersten wichtigen Schritte zur Aufklärung Alzheimer und die Demenzen sind gemacht. Jetzt gilt es neuere Themen, wie die Bewältigung des Lebens mit Demenz für die Menschen mit Demenz und den Angehörigen zu
meistern ist. Jetzt geht es nicht mehr „nur“ um Pflege, sondern um reales Leben und erleben
aller Beteiligten. Denn Demenz steht immer nur für hochaltrige Betroffene, die ohne oder
mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten, vor sich hin schlummern. Der schnellste
Weg, zurück in eine Normalität des richtigen Lebens, mit allen Angeboten, die ein Mensch
sich nur wünschen kann, ist der Weg, der den Menschen die Kultur und damit die Würde und
die, vom vielen zitieren verbrauchte, gute Lebensqualität zurück gibt. Angebote dazu gibt es wie Sand am Meer, in unserem kultivierten Land.

Und deshalb kommt jetzt eine „Werbepause“:
Kultur für Menschen mit Demenz. Macht das Sinn? So werden Menschen fragen, die davon noch nie gehört haben. Doch immer öfter machen sich die Menschen mit Demenz auf den Weg. Sie verlassen gemeinsam mit Angehörigen oder Helfern das Haus und machen in Kultur. Mit der
U-Bahn ins Museum, Theater, Varieté, in die Kirche zum Gottesdienst, in den Sinnesgarten
und noch viel mehr. Für Menschen mit Demenz ist das eine Fahrt ins Blaue, ein Abenteuer,
denn Sie wissen nicht was Sie tun, nein erwartet. Erstmal am Ziel angekommen ist die Freude
groß, denn jetzt ist viel Zeit für Erinnerungen, Poesie, Melancholie, Gesprächen, mit Worten oder
„Händen und Füßen“ und viel Emotionen. Und wenn die "sprachlosen" Menschen, die den "Verstand" verloren haben, beim Kontakt mit der Kultur sehr emotional wieder ins Gespräch kommen, dann sind die Menschen glücklich angekommen.

In Deutschland spricht man von 1.5 Millionen Betroffenen. In Europa von 11 Millionen. Genauere Zahlen gibt es nicht. Nach Schätzungen von Experten müssen wir dazu noch von einer Dunkelziffer von ca. 30% ausgehen, ganz schnell kommen wir so auf mehr als 13. Millionen Betroffene. Und jetzt noch dazu 7 Millionen pflegende Angehörige. Das bedeutet, nochmal 7 Millionen Menschen, die von den Experten als Co-Betroffene dazu gezählt werden. Den Pflege macht krank, an Körper, Geist und Seele. Und wenn all diese Menschen nicht mitgenommen werden, rein in die Gesellschaft, rein in die Kultur, dann ist ihr Alltag grau und leer.

Und jetzt die Werbung:
Seit 8 Jahren nimmt RosenResli diese Menschen mit ins kulturelle Leben. Denn die Teilnahme am kulturellen Leben stellt auch für sie einen wesentlichen Bestandteil und eine wichtige Bereicherung dar. Demenz raubt vermeintlich den Verstand aber die Emotionen sind immer da. So sind die Emotionen der Schlüssel, ein Türöffner zu den positiven Erlebnissen, die nur die Kultur öffnen kann, ganz besonders der Besuch im Museum. Einem Haus mit besonderer Ausstrahlung.
Innerhalb des gesamten Programms, legen wir großen Wert auf die weiterentwickelte Museumsarbeit. Die Stärkung der Zielgruppe, Pflegende Angehörige und ihren Menschen mit Demenz, liegt uns besonders am Herzen. Dort liegen, auch nach Auffassung der Wissenschaft, die sozialpsychologischen Möglichkeiten im täglichen zusammenleben brach. Die Chancen einer
Verbesserung der Kommunikation zwischen den Betroffenen und den pflegenden Angehörigen, nach dem Vorbild der Kommunikations- Strategie „Kunstvermittlung für Menschen mit Demenz“, machen diesen Ansatz sinnvoll. (rosen-resli.de)

Gerade die neue Betrachtung der Kunstvermittlung für junge Demente und Menschen mit Demenz im Anfangsstadium, bringt eine neue Perspektive und somit positive Entwicklung für diese Zielgruppe. „Nicht der Demente ist krank, sondern die kranke (kulturlose) Gesellschaft in der er lebt. Oder griffiger formuliert, die „artgerechte Haltung“ der Betroffenen muss im Fokus stehen.
Also welche Diagnose hat er, lebt er zu hause, im Heim. Welche Konflikte gibt es im zusammen leben dort. Wie können wir den Zugang zu allen Beteiligten öffnen. Wir und alle Beteiligten müssen die Kommunikation erlernen, wie eine „Fremdsprache“ erlernen. Erst dann, wenn alle Beteiligten die gleiche Sprache sprechen, schaffen wir es gemeinsam, den Anforderungen in der „demenzfreundlichen Gesellschaft“ zu gerecht zu werden.

Noch mal zu Erinnerung, Angebote dazu gibt es wie Sand am Meer in unserem kultivierten Land. Sie müssen uns nur Fragen, dann geben wir der Redaktion qualifizierte
Kontakte zur Wahl und sollte es zum kulturellen Demenz Talk kommen, wir von
RosenResli – Kultur für Menschen mit Demenz, kommen gerne mit.