Dienstag, 27. Januar 2015

Bilanz der Stuttgarter Museen 2014

Linden-Museum ist der große Gewinner

Von Dominika Jaschek 
Das vergangene Jahr war kein besonders erfolgreiches für die Stuttgarter Museen. Für die großen Häuser war es schwierig, an das Erfolgsjahr 2013 anzuknüpfen, sie haben einen starken Besucherrückgang zu verkraften. Das Linden-Museum allerdings erwies sich als Besuchermagnet. 

 Stuttgart - Es ist das Tor zur großen, weiten Welt – jedenfalls dann, wenn entweder die finanziellen Mittel oder die Zeit nicht ausreichen, um mal eben in den Flieger zu steigen und andere Kontinente zu erleben. Das Interesse des Publikums am Stuttgarter Linden-Museum war auch im vergangenen Jahr wieder ungebrochen. Die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe aus der weiten Welt sind ein Publikumsmagnet: Das Linden-Museum ist der große Gewinner in der Besuchergunst des Jahres 2014. Hatte man im Jahre 2013 noch 103.453 Besucher gezählt, waren es im vergangenen Jahr 115.250 Besucher – ein Anstieg um 11,4 Prozent. Es war das besucherstärkste Jahr seit 1994 und die Inka-Ausstellung die erfolgreichste Sonderausstellung in der Geschichte des Linden-Museums. Sie zählte insgesamt 103.857 Besucher, davon 59 590 im Jahr 2014. Die Sonderausstellung „Myanmar – Das Goldene Land“ (seit 18. Oktober 2014, läuft noch bis 17. Mai 2015) haben bis Ende des Jahres 16.195 Besucher gesehen.

 Die Inka-Ausstellung war das Zugpferd im Jahr 2014

„Die Sonderausstellungen haben ein großes Interesse nach sich gezogen, besonders die Inka-Ausstellung war ein Erfolg“, sagt die Direktorin des Linden-Museums, Inés de Castro. Die Inkas wurden in den Völkerkundemuseen bisher wenig bedacht, europaweit war die Stuttgarter Ausstellung eine der ersten. Eigenen Umfragen zufolge seien 60 Prozent der Museumsbesucher im vergangenen Jahr extra für die Inka-Ausstellung in die Stadt gekommen, sagt de Castro. „Das ist für unser Haus ein unheimlich großes Lob. Endlich bekommt das Linden-Museum auch die Bedeutung, die ihm zusteht“, sagt die Museumsdirektorin.

Von einem gesteigerten Besucheransturm kann das Kunstmuseum nur träumen: Im vergangenen Jahr sank die Besucherzahl auf 115 673 – gegenüber dem Jahr 2013 ein Minus von 18,1 Prozent. Für diesen Einbruch hat die Direktorin des Kunstmuseums, Ulrike Groos, allerdings eine plausible Erklärung: „Wir mussten 2014 aufgrund der Baumaßnahmen am Oberlichtband am Kleinen Schloßplatz über mehrere Wochen komplett oder teilweise unseren Sammlungsbereich schließen. Die Besucherzahl 2014 lässt sich daher nicht mit den Vorjahren vergleichen.“ 2013 war mit den Ausstellungen zu Otto Dix und Willi Baumeister eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt des Museums (141 200 Besucher) und ein positiver Ausreißer, heißt es. Allerdings ist das Museum für das laufende Jahr positiver gestimmt, sagt Groos: „Das Museum wird zehn Jahre alt, deswegen finden besondere Ausstellungen und Veranstaltungen im Rahmen unseres Jubiläumsthemas Kunst und Musik statt.“

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